DFB-Ü35-Cup in Berlin

4. Platz für die Ü35 Frauen des SCP beim DFB-Ü35-Cup in Berlin
4. Platz für die Ü35 Frauen des SCP beim DFB-Ü35-Cup in Berlin

Eine Medaille war durchaus im Bereich des Möglichen – und am Ende flossen ein paar Tränen, ob der vergebenen Chancen. Aber nun der Reihe nach. Im Auftaktspiel gegen den absoluten Top-Favoriten, Bayern München, waren die Preußen darauf bedacht, der spielerischen Klasse um Navina Omilade mit Kampf zu begegnen. Am Ende hieß es 0:4 gegen ein mit Nationalspielerinnen gespicktes Team.
Ein wenig hatte das Selbstvertrauen durch das 1. Spiel schon gelitten, als es im 2. Spiel gegen die Vertretung des Bundesligaabsteigers USV Jena ging. Und so agierten die Borghorsterinnen eher verhalten und trauten sich zu Beginn wenig zu. Erst der Lattenknaller von Manu Frettlöh in der 5. Spielminute wirkte wie ein Weckruf. Nun wurden die Preußinnen mutiger und Sylvia Augusteijn und Britta Röwer hatten weitere Chancen. Ein unglücklicher Heber über die Torhüterin nach einem Abstimmungsfehler im Mittelfeld führte dann doch zum 0-1-Rückstand. Nach dem Seitenwechsel weiter ein Spiel auf Augenhöhe und mit guten Chancen für das SCP-Team. Leider war immer ein Bein dazwischen oder der Pfosten verhinderte den Ausgleich.
Im 3. Spiel des Tages gegen den SüdWest-Vertreter Niederkirchen platze dann endlich der Knoten. Manu Frettlöh brachte den SCP mit ihrem sehenswerten Treffer in den Winkel nach 3 Minuten in Führung. Kurz vor der Pause erhöhte wieder Manu Frettlöh auf 2-0. Nach dem Pausentee kombinierten die Borghorsterinnen munter weiter, Nadine Siwek erzielte per Hackentrick das 3:0 und Dani Paetzold traf zum 4:0-Endstand. Der Kampf um die Medaillen war wieder völlig offen.
Am Sonntagmorgen traf man auf SG Riegelsberg United (Südwest) und wie schon gegen Jena lag man nach einem Fehler im Umschaltspiel früh mit 0-1 hinten. Riegelsberg stellte sich nach der Führung nur hinten rein und verteidigte die Führung. Und wieder war Fortuna den Preußinnen nicht wohlgesonnen. Schüsse von Melanie Waterkamp, Judith Finke oder Maren Brumley wurden von der Linie gekratzt, an den Pfosten gesetzt oder verfehlten das Tor knapp. Hochkarätige Chancen wurden nicht genutzt –und so blieb es am Ende wieder beim unglücklichen 0-1. Die erhoffte Medaille war weg.
Das letzte Spiel gegen den SV Nie HSV (Nord-Vertreter) entwickelte sich zu einem wahren Krimi. Den frühen Führungstreffer egalisierte Britta Röwer nach einer schönen Ballstafette in der 6. Minute. Nach der Pause traf Doris Achtermann zum umjubelten Führungstreffer. Kathrin Grundwald – beste Goalgetterin in diesem Turnier – traf nur 3 Minuten später zum 2:2. Die SV Nie HSV machte sich noch Hoffnungen auf die Silbermedaillen und warf alles nach vorne. Nun stand Steffi Neuser im Brennpunkt des Geschehen. Aber die SCP-Keeperin konnte nicht mehr bezwungen werden – es blieb beim Remis. Sieger wurde erwartungsgemäß FC Bayern München.

SG Preußen Borghorst mit Funktionsteam:
Hinten v.l. Melanie Waterkamp, Marianne Finke-Holtz, Silke Bühn, Daniela Paetzold, Andrea Nitsche, Eva Knüp, Nadine Siwek, Manu Frettlöh, Evelyn Nagel und Anke Mikolajetz
Vorne: Doris Achtermann, Sylvia Augusteijn, Britta Röwer, Susi Doliner, Maren Brumley, Steffi Neuser und Judith Finke.

Aus den Händen der Mitglieder des DFB-Ausschuss für Frauen- und Mädchenfußball, Sabine Mammitzsch und Kathrin Nicklas, nahm Spielführerin Judith Finke die Urkunde für den 4. Platz entgegen. Zur besten Torhüterin der Ü35-Endrunde wurde Steffi Neuser (SCP) gewählt und ausgezeichnet. Bereits am Samstagabend wurde Melanie Waterkamp für eine besondere Fairplay-Aktion im Spiel gegen FFV Niederkirchen geehrt. Melanie Waterkamp hatte hier einen zu Unrecht für den SCP gepfiffenen Strafstoß zur Torhüterin zurückgespielt.
Am Ende überwog die Freude über die Teilnahme an dieser Premieren-Veranstaltung der Ü35-Frauen.

Spielführerin Judith Finke bei der Siegerehrung mit Sabine Mammitzsch
Spielführerin Judith Finke bei der Siegerehrung mit Sabine Mammitzsch
Als beste Keeperin ausgezeichnet wurde Steffi Neuser.
Als beste Keeperin ausgezeichnet wurde Steffi Neuser.